Leitbild des LWL-Römermuseums
Unsere Mission
Das LWL-Römermuseum bewahrt, erforscht und vermittelt das archäologische Erbe der Römerzeit in Westfalen-Lippe. Als Zentralmuseum für römische Militärgeschichte in Nordwestdeutschland verbindet es wissenschaftliche Exzellenz mit einer zeitgemäßen, erlebnisorientierten Vermittlung und macht Geschichte für Menschen aller Generationen verständlich, zugänglich und lebendig.
Am authentischen Standort des ehemaligen Hauptlagers Aliso erzählt das Museum die Geschichte der römischen Expansion, des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen sowie der politischen, militärischen und gesellschaftlichen Entwicklungen an der Grenze des Römischen Reiches. Unsere Arbeit schafft Orientierung, fördert historisches Verständnis und lädt dazu ein, Vergangenheit als Grundlage für das Verständnis der Gegenwart zu begreifen.
Ausstellungskonzeption
Haltern am See zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundplätzen der frühen römischen Kaiserzeit in Europa. Hier befinden sich die wichtigsten Zeugnisse der römischen Militärpräsenz in Westfalen und entlang der Lippe. Das LWL-Römermuseum präsentiert die bedeutendsten Originalfunde aus den römischen Militärlagern der Region und macht damit einen außergewöhnlich präzise datierbaren Abschnitt der europäischen Geschichte sichtbar.
Das LWL-Römermuseum begreift sich als überregionales Römermuseum. Es ist Museum und Forschungsstätte in einem. Das spiegelt sich auch in der Architektur. Das LWL-Römermuseum wurde am Originalstandort des Römerlagers Aliso gebaut. Diagonal durch das Baugrundstück verlief in römischer Zeit ein Spitzgraben. Dieser wurde an originaler Stelle wieder angelegt, direkt dahinter liegt das Museum. Besucher:innen können somit einen Bezug herstellen zwischen antikem Befund und den Exponaten, die das Museum beherbergt.
Das spiegelt sich auch in der Architektur: Oberlichter auf dem Gründach erinnern durch ihre Form an die Zelte der römischen Legionäre, die vor über 2.000 Jahren hier campierten. Die im LWL-Römermuseum gezeigten Originalfunde stammen ausschließlich von den römischen Militärstützpunkten entlang der Lippe, davon etwa 90 Prozent aus Haltern. Der präzise bestimmbare zeitliche Rahmen macht sie für die archäologische Forschung einzigartig. Da das Museum zugleich inmitten eines weiterhin erforschten Bodendenkmals liegt, erweitert sich die Sammlung kontinuierlich durch neue wissenschaftliche Ausgrabungen.
Forschung, Sammeln und Bewahren
Das LWL-Römermuseum versteht sich gleichermaßen als Museum, Forschungsstätte und Sammlungsort (als Teil der LWL-Archäologie für Westfalen). Die wissenschaftliche Erforschung der römischen Militärgeschichte sowie die langfristige Bewahrung des archäologischen Kulturerbes gehören zu seinen zentralen Aufgaben.
Wir sammeln, dokumentieren, konservieren und erforschen die materiellen Zeugnisse der Römerzeit nach aktuellen wissenschaftlichen Standards. Dabei arbeiten wir eng mit den Zentralen Diensten der LWL-Archäologie für Westfalen, Universitäten sowie nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen zusammen.
Unsere Sammlungen bilden nicht nur die Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern auch die Basis einer verständlichen und anschaulichen Vermittlung an die Öffentlichkeit.
Vermittlung und Bildung - Museum für alle
Das LWL-Römermuseum versteht sich als offener Lern- und Begegnungsort für Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Erfahrungen und Voraussetzungen.
Bereits bei der Entwicklung der Dauerausstellung arbeiteten Archäologinnen und Archäologen eng mit Museumspädagoginnen und Museumspädagogen zusammen. Dieses interdisziplinäre Arbeiten prägt das Museum bis heute. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden verständlich, anschaulich und zielgruppengerecht vermittelt, ohne ihre fachliche Tiefe zu verlieren.
Originalfunde, Rekonstruktionen, Modelle, Hörstationen, Filme, digitale Medien, 3D-Visualisierungen und Virtual-Reality-Anwendungen ergänzen sich zu einem vielschichtigen Ausstellungserlebnis. Fragmentierte Objekte werden durch ihren historischen Zusammenhang wieder verständlich und erzählen die Geschichte der Menschen, die sie einst nutzten.
Das aktive Entdecken steht dabei im Mittelpunkt. Anfassen, Ausprobieren und eigenes Erforschen sind ausdrücklich erwünscht und fördern nachhaltiges Lernen.
Wir entwickeln unsere Bildungsangebote kontinuierlich weiter und orientieren uns dabei an den Bedürfnissen von Familien, Schulklassen, Fachpublikum, Touristinnen und Touristen sowie Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, sprachlichen oder körperlichen Voraussetzungen. Barrierefreiheit und Teilhabe verstehen wir als selbstverständlichen Bestandteil unserer Museumsarbeit.
"Römer live erleben"
Das LWL-Römermuseum verbindet wissenschaftliche Authentizität mit lebendiger Vermittlung. Neben den archäologischen Funden stehen die Lebenswelten der Menschen im Mittelpunkt: Soldaten, Handwerker, Händler, Frauen, Kinder und die Bevölkerung der Region.
Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Aktionstagen allem voran den Römertagen sowie Vorführungen, Workshops, Ferienangeboten und historischen Darstellungen ermöglicht intensive Begegnungen mit der Antike. Die Zusammenarbeit mit Reenactment-Gruppen, ehrenamtlich Engagierten und regionalen Partnern schafft authentische Einblicke in das Leben vor über 2.000 Jahren.
Mit dem Projekt „Römer für Aliso" fördert das Museum bürgerschaftliches Engagement und lädt Menschen ein, sich aktiv an der Vermittlung römischer Geschichte zu beteiligen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die Römerbaustelle Aliso. Dort entstehen am Originalstandort schrittweise Rekonstruktionen römischer Militärgebäude unter Verwendung historischer Baumaterialien und möglichst originalgetreuer Handwerkstechniken. Die Baustelle dient zugleich als Forschungsprojekt, Bildungsort und lebendiges Experiment zur Rekonstruktion antiker Bauweisen.
Sonderausstellungen
Die Sonderausstellungen des LWL-Römermuseums ergänzen dabei die Dauerausstellung um neue Perspektiven auf die Antike und ihre Bedeutung bis in die Gegenwart.
Sie greifen aktuelle Forschungsergebnisse auf, beleuchten gesellschaftlich relevante Fragestellungen und eröffnen interdisziplinäre Zugänge zur Archäologie, Geschichte und Kulturgeschichte. Dabei arbeitet das Museum regelmäßig mit nationalen und internationalen Museen, Universitäten sowie weiteren wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen zusammen.
Sonderausstellungen verstehen wir als Orte des Austauschs, der Diskussion und des wissenschaftlichen Dialogs.
Unsere Werte
Unser Handeln orientiert sich an folgenden Grundsätzen:
- Authentizität – Wir bewahren und vermitteln das archäologische Erbe verantwortungsvoll und wissenschaftlich fundiert.
- Wissenschaftlichkeit – Forschung bildet die Grundlage unserer Arbeit und unserer Vermittlung.
- Bildung – Wir fördern historisches Verständnis, kritisches Denken und lebenslanges Lernen.
- Teilhabe – Unser Museum steht allen Menschen offen und schafft möglichst barrierefreie Zugänge.
- Nachhaltigkeit – Wir gehen verantwortungsvoll mit kulturellen, personellen und natürlichen Ressourcen um.
- Innovation – Wir entwickeln neue Formen der Vermittlung und nutzen analoge wie digitale Möglichkeiten, um Geschichte zeitgemäß zu erzählen.
- Kooperation – Wir arbeiten regional, national und international mit wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Partnern zusammen.
- Verantwortung – Als Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) übernehmen wir Verantwortung für die Bewahrung des kulturellen Erbes und dessen Vermittlung an heutige und zukünftige Generationen.