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37 Venus

© LWL/P. Jülich

37 Venus

Die Liebesgöttin entsteigt dem Meer und wringt sich die Haare aus

Bei dieser Gemme mit dem Abbild der römischen Liebesgöttin Venus handelt es sich um einen berühmten Darstellungs-Typus. Venus Anadyomene – zu deutsch "die Entsteigende" – orientiert sich dabei an ihrem Schöpfungs-Mythos. Nachdem sie aus dem Schaum des Meeres geboren wurde, steigt sie aus dem Wasser und wringt sich dabei die Haare aus.

Erstmals bekam Venus den Beinamen Anadyomene durch ein Gemälde des berühmten griechischen Malers Apelles, der im 4. Jahrhundert vor Christus lebte. Mehr als 300 Jahre später befahl Kaiser Augustus das Gemälde nach Rom zu bringen, welches zuvor auf der griechischen Insel Kos zu bewundern war. Dort wurde es im Tempel seines vergöttlichten Adoptivvaters Julius Caesar geweiht.

Auf dem Eisenring hat sich zusätzlich noch eine Blechauflage aus Gold erhalten. Zusammen mit der Venus-Darstellung symbolisiert der Ring nicht nur Reichtum, sondern auch die Verbindung zum Kaiserhaus und zu Augustus, unter dessen Regierungszeit die Legionäre in Haltern stationiert gewesen sind.

Objektdetails

Material: weiß gebänderter Achat, Eisen, Goldblech


Maße: 1,9 × 1,1 × 1,3 cm


Datierung: 2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.–16 n. Chr.


Aufbewahrungsort: LWL-Römermuseum Haltern am See