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18 Augustus mit Ägis und Lanze

Nachschnitt von Gerhard Schmidt

Augustus mit Ägis und Lanze

18 Augustus mit Ägis und Lanze

Kaiser Augustus mit dem Haupt der Medusa auf seiner Schutzkleidung

Herausragend geschnittene kleine Büste des Augustus, die ihn in einer ausdrucksvollen Abdrehung des Kopfes nach links zeigt. Er trägt einen aufragenden Lorbeerkranz, der von einem im Nacken wegfliegenden Diademband zusammengehalten wird. Ägis, Schwertriemen und Lanze zieren das Rückenbildnis.

Der Stil des Kameo ist hellenistisch. Der Kameo stellt Augustus als triumphierenden Halbgott mit energischem Blick dar, als Nachfolger der Ptolemäer, der die Ägis mit dem Haupt der Medusa trägt – ein Umhang der gewöhnlich mit Jupiter/Zeus und Minerva/Athena verbunden ist. Hier ist die Ägis zusätzlich noch mit zwei weiteren kleinen Köpfen geschmückt. Der eine, der bärtige geflügelte, könnte der Kopf eines Windgottes sein, vielleicht als Verkörperung der Sommerwinde gedacht, welche die Kornflotte von Ägypten nach Rom brachte. So könnte er als Hinweis auf die Annexion Ägyptens nach der Niederlage von Mark Anton und Kleopatra bei Actium im Jahr 31 v. Chr. gedeutet werden.

Als Urheber dieser Gemme kommen Tryphon oder Sostratos, zwei herausragende Gemmenschneider des ersten vorchristlichen Jahrhunderts oder deren Schüler infrage. Sie arbeiteten bereits zur Zeit des Marc Anton in Alexandria und nach 31 v. Chr. wahrscheinlich in Rom für Augustus.

Objektdetails

Material: Lagen-Achat


Maße: 3,7 × 2,9 × 0,8 cm


Leihgeber des Nachschnitts: Gerhard Schmidt


Datierung des Originals: 2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.


Aufbewahrungsort des Originals: Metropolitan Museum of Art New York