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Helm

© LWL-Römermuseum

Helm

Fundort

Olfen

Kreis Coesfeld


Fundumstände

Kontext: Lippebereich bei Olfen, Einzelfund

Funddatum: um 1890


Objekt

Material: Bronze

Höhe: 16 cm

Länge: 25,3 cm

Breite: 21,2 cm


Datierung 

Frühe Römische Kaiserzeit

Bronzehelm aus Olfen

Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Lippebereich bei Olfen ein bronzener Helm mit erhaltenem Nackenschutz und Helmbuschhalter entdeckt. Die konische Kalotte des Helms endet in einem runden Knauf, der mit dem Bronzehelm aus einem Stück gearbeitet ist. Das Innere des Knaufes ist mit Blei ausgegossen und mit einer senkrechten Durchbohrung versehen worden. Nietlöcher an den Seiten der Kalotte belegen, dass zusätzlich zwei Wangenklappen mit Hilfe von Scharnieren an dem Helm angebracht waren.

Die konische Form weist diesen Helm in die typologische Gruppe "Montefortino" aus. Dieser Typus wurde schon ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. hergestellt und zeichnete sich als Standardhelm eines Legionärs während der Punischen Kriege aus. Spätestens im 1. Jahrhundert n. Chr. wird diese Form von Helmen des Typus Hagenau völlig verdrängt.

Erst im Jahr 2011 ist es Archäologen gelungen, auch in Olfen-Sülsen ein Römerlager zu identifizieren. Mittels Luftbildarchäologie und geomagnetischen Messungen konnte die Lage des 5,4 Hektar großen Militärlagers am rechten Hochufer der Lippe, genau zwischen den Stützpunkten Haltern und Bergkamen-Oberaden bestimmt werden. Wie Letzteres diente das Römerlager in Olfen als Nachschubstation für den Weitertransport von Ausrüstung und Nahrungsmitteln.

Literatur

H. Hinz, Ein Bronzehelm der Latène-Zeit vom Niederrhein. Bonner Jahrbücher 160, 1960, 4.

H. Klumbach, Römische Helme aus Niedergermanien. Austellungskat. Bonn (Köln 1974) Nr. 4.

B. Tremmel, Olfen-Sülsen – Ein neues Römerlager aus der Zeit der Drususfeldzüge. In: T. Otten/J. Kunow/M. M. Rind/M. Trier (Hrsg.), Archäologie in NRW 2010–2015. Schriften zur Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen 11,2 (Bonn 2015) 71–73.

H. Zeiß, Der Latènehelm von Olfen. Bodenaltertümer Westfalens 3 (Münster (Westf.) 1934) 177–178.