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Adlerlampe

© LWL-Römermuseum

Adlerlampe

Fundort

Haltern am See, Arminiusstraße 41

Kreis Recklinghausen


Fundumstände

Kontext: Römisches Hauptlager, Einzelfund

Funddatum: 2. März 1954


Objekt

Material: Bronze

Höhe: 12,5 cm

Länge: 14,3 cm


Datierung 

um Chr. Geb.


Adlerlampe

Diese figürliche Öllampe in Gestalt eines stark stilisierten Greifvogels mit ausgebreiteten Schwingen wird häufig als Adler gedeutet. Das Objekt wurde im Hohlgussverfahren gefertigt und die Details wurden in Kaltarbeit ausgeführt. Der Vogelkopf wurde separat hergestellt und ist abnehmbar, um die Lampe mit Brennöl füllen zu können. Aus der Brust des Vogels ragt eine lange Tülle mit rudimentär ausgebildeten seitlichen Voluten und halbrundem Ende hervor.

Einige Forscher gehen davon aus, dass die Adlerlampe nicht in Italien, sondern in einer Provinzwerkstatt produziert worden ist. Vermutlich waren die Augen in Silber eingesetzt. Nur wenige Vergleichsbeispiele für Lampen in Vogelform sind bekannt. Bei dieser römischen Lampe handelt es sich jedoch um die einzige mit einem abnehmbaren Kopf und die einzige, die ihre Brennschnauze vorne hat. Ein echtes Halterner Unikat.

Literatur

H. Aschemeyer, Die Grabungen im Lager von Haltern seit 1953. Germania 37, 1959, 289–290.

P. La Baume, Römisches Kunstgewerbe zwischen Christi Geburt und 400. Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde 18 (Braunschweig 1964) 179.

J. S. Kühlborn, Wo viel Licht ist, ist stark Schatten, in: 100 Jahre / 100 Funde. Das Jubiläum der amtlichen Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe (Darmstadt 2020) 154–155.

LWL-Römermuseum in Haltern am See (Hrsg.), 2000 Jahre Varusschlacht. Imperium (Stuttgart 2009) 365.

M. Müller, Dir römischen Buntmetallfunde von Haltern. Bodenaltertümer Westfalens 37 (Mainz 2002) 60. 204 Kat.-Nr. 768.