Sonderausstellungen

Ausblick

Triumph ohne Sieg

Roms Ende in Germanien

Rosenblätter wirbeln durch die Luft. Die Menge jubelt. Am 26. Mai 17 n.Chr. zieht Germanicus mit einem prächtigen Triumphzug durch Rom. Er feiert seinen Sieg über die Germanen. Ein Sieg, der faktisch keiner ist: Mehrere Jahre führte Germanicus Krieg, um die in der Varusschlacht verlorenen Gebiete zurück zu erobern. Dann bricht Kaiser Tiberius die Unternehmungen seines Adoptivsohnes ab: zu teuer, zu verlustreich. Aber die Außendarstellung ist eine völlig andere: Roms Ende in Germanien wird als Triumph gefeiert - ein Triumph ohne Sieg.

Der Rhein ist nun wieder die Grenze Roms zum freien Germanien. Die Truppenstandorte auf der rechten Seite des Rheines geraten in Vergessenheit - so auch Aliso. Aber was hätte aus dem wichtigsten Standort der Römer an der Lippe werden können, hätte Germanicus tatsächlich gesiegt?

Das beleuchtet vom 2. Juni bis 5. November 2017 die neue Sonderausstellung "Triumph ohne Sieg" mit einem Blick auf einige der blühenden römischen Zentren jenseits von Rhein und Donau. Zunächst geht es aber erst einmal nach Rom in die jubelnde Menge und mitten hinein in den Triumphzug - von der zur Schau gestellten Kriegsbeute bis hin zum abschließenden Opfer auf dem Kapitol.


Rückblick

Aus der Grube geborgen

Funde der aktuellen Ausgrabungen in Sondervitrinen

Zuerst kamen Tausende Holzstücke zum Vorschein - das erste erhaltene Holz aus der Römerzeit überhaupt in Haltern! Ob es sich dabei um die Reste der Holzbearbeitung handelt? Dann entdeckten die Archäologen immer mehr römische Funde in den tiefen Gruben der Römerbaustelle Aliso. Unweit des nachgebauten Westtores lagen zertrümmerte Amphoren für südspanisches Olivenöl begraben. Hier hatten die Soldaten des ehemaligen römischen Hauptlagers auch einen Bronzespatel "entsorgt", der für das Auftragen von heilsamen Salben auf Verletzungen diente. Auf Gefäßen aus Terra Sigillata sind noch die Namen der einstigen Besitzer und Hersteller verewigt. Zum Schluss kam der größte Bronzefund der letzten Jahre zum Vorschein: Ein großes, mit feinen konzentrischen Kreisen verziertes rundes Objekt. Ob es sich dabei um den Deckel eines Gefäßes handeln könnte, wird vielleicht die Restaurierung zeigen.

Viele dieser außergewöhnlichen Funde sind jetzt in eigenen Vitrinen als Ergänzung der Dauerausstellung ausgestellt. An einer Informationssäule können sich die Besucher über die HIntergründe informieren.



Mit Sieb und Schaufel in die Römerzeit

Schüler durchsiebten die Halterner Erde nach Funden

Über 1.000 Schülerinnen und Schüler aus zehn Schulen halfen im Sommer 2015 und im Frühjahr 2016, die Erde aus den Spitzgräben der Lagerumwehrung im Römerpark Aliso nach Funden zu durchsuchen. Schulter an Schulter mit den Archäologen siebten sie den Grabenaushub akribisch durch. Bei Sonne wie bei Regen war der Eifer der angehenden Archäologen von der ersten bis zur elften Klasse nicht zu bremsen. In der Erde entdeckten sie unzählige Zeugnisse des römischen Alltags im ehemaligen römischen Hauptlager.

Scherben von Amphoren, Tongeschirr, Schuhnägel, Holzkohle, Bruchstücke von Mühlsteinen: Was die Entdecker alles aus der Erde holten, zeigte das LWL-Römermuseum in einer kleinen "Sonderausstellung" als Ergänzung der Dauerausstelluing.



Hier baut Rom! 2014 und 2015

Im Sommer 2014 baute Rom zum ersten Mal im LWL-Römermuseum in Haltern am See: Passend zum Baubeginn im Römerpark Aliso konnten angehende Römer in der Mitmach-Ausstellung die antike Bautechnik an zehn verschiedenen Experimentier-Stationen ausprobieren und erkunden. Große wie kleine Besucher konnten nicht nur ein Dach decken, eine Brunnenverschalung fachgerecht zusammenfügen oder mit einem Flaschenzug experimentieren, sie konnten darüber hinaus auch Peilungen mit einem römischen Vermessungsinstrument vornehmen, eine Holzwasserleitung zusammensetzen, mit dem Abakus - einem antiken „Taschenrechner“ - rechnen, einen Blick in die Schriften des römischen Architekten Vitruv werfen sowie moderne und antike Bauinstrumente vergleichen. Und sie planten sogar ein eigenes Römerlager: Auf einer Fläche von circa 2 x 1,5 m konnten sie mit einem eigens für die Mitmach-Ausstellung angefertigten Holzbaukasten ihr eigenes Römerlager entstehen lassen.
Hier geht´s zum Begleitprogramm!



IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS

Ausstellungsprojekt an drei Orten

16. Mai - 25. Oktober 2009 (Haltern bis 11. Oktober 2009)

Das Ausstellungsprojekt ”IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht“ beleuchtete an den Originalschauplätzen Haltern am See, Kalkriese und Detmold unterschiedliche Facetten des historischen Geschehens.

Die Teilausstellung IMPERIUM des LWL-Römermuseums widmete sich dem Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht, der Kunst, Kultur und Propaganda zur Zeit des römischen Kaisers Augustus.

Die politischen und militärischen Folgen der Varusschlacht für die antike Welt im Allgemeinen und die römische Außenpolitik im Besonderen wurden dabei ebenso nachgezeichnet wie Schauplätze und Lebensweg des namensgebenden Protagonisten der Schlacht: Publius Quinctilius Varus.

Das Ausstellungsprojekt stand unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, des Präsidenten des Europäischen Parlamentes, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, und der Ministerpräsidenten der Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, Dr. Jürgen Rüttgers und Christian Wulff.

Weitere Infos finden Sie hier: www.imperium-konflikt-mythos.de



Luxus und Dekadenz

Römisches Leben am Golf von Neapel

16. August 2007 - 25. November 2007

Wie die Römer ihren Reichtum in Szene setzten, zeigten erstmals in Deutschland 170 Exponate, darunter zahlreiche Wandmalereien, Goldschmuck und Marmorskulpturen. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch lobte die "ausgezeichnete Präsentation", die so viele Besucher nach Haltern lockte: "Neben dem Kunstgenuss bleiben auch noch schwarze Zahlen in der Bilanz stehen - hervorragend."

Hier geht's zur Ausstellung: www.luxus-ausstellung.de



Die letzten Stunden von Herculaneum

Sensationelle Funde vom Fuße des Vesuv

21.5.  bis 14.8.2005 (verlängert bis 28.8.2005)

"Die letzten Stunden von Herculaneum“ war die erste Ausstellung über den Nachbarort Pompejis außerhalb Italiens. Nur in Haltern am See, Berlin, Bremen und Nijmegen in den Niederlanden wurden die sensationellen Funde aus Herculaneum präsentiert, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben. Kostbare Wandmalereien, Marmorstatuen, Goldschmuck und Bronzeskulpturen verließen dazu erstmals ihren Stammplatz im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel. Die Ausstellung war ein Publikumsmagnet. Mehr als 128.000 Besucherinnen und Besucher sahen "Die letzten Stunden von Herculaneum" allein im LWL-Römermuseum.



"Die spinnen, die ..."

Mit Asterix durch die Welt der Römer

4. Dezember 1999 - 2. April 2000 (verlängert bis 1. Mai 2000)

Zwei sehr verschiedene Jubiläen waren der Anlass für die erste große Sonderausstellung im Römermuseum: 100 Jahre Römerforschung Haltern und 40 Jahre Asterix. Leihgaben aus internationalen Museen sowie Funde und Forschungsergebnisse aus Haltern und den anderen Römerlagern an der Lippe stellten die reale Welt der Römer der Comic-Antike gegenüber und zeigten mehr als 70.000 Besuchern, dass beide oft gar nicht weit auseinander liegen.