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Römerpark Aliso

Achtung Baustelle!

Mit dem Bau des LWL-Römermuseums war auch die Idee für einen archäologischen Park geboren. Jetzt wird er unmittelbar hinter dem Museum Realität.

Der Bau des Römerparks Aliso erfolgt in zwei Bauabschnitten. Auf einer Fläche von 4,8 Hektar wird zunächst das Westtor genau dort wieder errichtet, wo die Archäologen Spuren der einstigen Pfosten im Boden nachgewiesen haben. Auch Teile der anschließenden Holz-Erde-Mauer mit ihren vorgelagerten Spitzgräben werden dort rekonstruiert, wo die römischen Soldaten sie zu Augustus' Zeiten anlegten.

Im zweiten Bauabschnitt kommen Innenbauten hinzu. Als archäologische Baustelle werden sie mit historischen Handwerkstechniken und den in römischer Zeit verwendeten Materialien und Werkzeugen errichtet.

 

Die digitale Regkonstruktion des Westtores mit angrenzender Holz-Erde-Mauer. © Kees Peterse, PANSA BV

Von der Grabung zur Rekonstruktion

Die archäologischen Untersuchungen haben die wissenschaftliche Grundlage für die Rekonstruktion geliefert. Auf dieser Basis hat der Architekt und Archäologe Dr. Kees Peterse das Westtor und die Holz-Erde-Mauer rekonstruiert. Unzählige Daten hat er zusammengetragen, gesichtet und daraus schließlich ein genaues Bild von den Bauwerken vor mehr als 2.000 Jahren digital erstellt.


Von der digitalen Rekonstruktion zum Bau

Gerade einmal fünf Minuten braucht das Sägewerk, um einen Eichenstamm in Baumaterial zu verwandeln. Bewusst bleiben Reste der Rinde wie der Rundung stehen, als hätten die Römer mit Axt und Handsäge die Stämme mühsam bearbeitet.

In der Zimmerei wird das Baumaterial zu passgenauen einzelnen Bauelementen weiterverarbeitet. Am Computer bekommt jedes einzelne Bauholz, jeder Zapfen und jede Nut den exakten Platz im Gesamtgefüge. Die Fräse überträgt die Daten millimetergenau auf jedes Holzstück. Die Einzelteile werden - nummeriert und gekennzeichnet - zu Bauelementen zusammengefügt. In anstrengender Handarbeit erhalten die Pfosten eine originalgetreue Oberfläche wie in römischer Zeit.

  • Im Sägewerk verwandeln sich die Eichen in Baumaterial.

  • Gerade einmal fünf Minuten benötigt die Säge dafür.

  • Der Computer übersetzt die Rekonstruktion in digitale Daten.

  • Die Fräse verwandelt die Daten in reale Fakten.

  • Mit der Hand wird trotzdem nachgemessen.

  • Handarbeit ist beim Zusammenbau der Einzelteile gefragt.

  • Die Elemente passen exakt ineinander.

  • Mit dem Dechsel werden die Stämme bearbeitet - wie in römischer Zeit.

  • So erhalten die Pfosten eine originalgetreue Oberfläche.

  • Mit dem Hammer wird angepasst.

  • Ale Einzelteile sind nummeriert und markiert.

  • Die Verbindungselemente sind wie bei den Römern aus Holz.

  • Mechanische Hilfe ist beim Zusammenbau erlaubt.

  • Stück für Stück wachsen die Einzelteile zu Bauelementen zusammen.

  • Metallteile kommen nur zur Sicherung für den Transport zum Einsatz.


Westtor und Holz-Erde-Mauer werden aufgebaut

Seit dem 23. März werden die Bauelemente im Römerpark Aliso hinter dem LWL-Römermuseum angeliefert und auf den vorbereiteten Betonfundamenten aufgebaut. Stück für Stück werden die einzelnen Bauelemente der etwa 90 Meter langen Mauer mit dem Westtor im Zentrum aufgerichtet und fachgerecht mit Holznägeln gesichert. Im nächsten Schritt werden die Bereiche zwischen den Pfosten mit Holzbohlen geschlossen, der Wehrgang auf der Holz-Erde-Mauer angelegt, die Treppenaufgänge gezimmert und die vorgelagerten Spitzgräben ausgehoben.

  • Es wird kräftig gehämmert.

  • Eindrucksvoller Einblick.

  • Eindrucksvoller Überblick.

  • Noch einige Fundamente sind frei.

  • Das "Gerüst" steht!

  • Es geht voran...

  • Die Betonfundamente sind vorbereitet.

  • Die ersten Bauelemente werden angeliefert.

  • Vorbereitungen für das Abladen.

  • Die ersten Bauteile schweben in der Luft.

  • Die Fundamentierungsarbeiten gehen parallel weiter.

  • Die ersten Bauteile stehen, weitere schweben mit dem Kran heran.

  • Die Schalen für die nächsten Fundamente stehen bereit.

  • Die Bauelemente warten darauf, aufgerichtet und eingebaut zu werden.

  • Nach kurzer Zeit steht bereits ein Teil des Nordturmes des Westtores.

  • Schritt für Schritt wächst die Rekonstruktion im Rohbau.

  • Beton fließt in die Fundamente.

  • Feintuning beim Aufrichten der Bauelemente.

  • Verankerung im Fundament.

  • Der Hubwagen kommt zum Einsatz.

  • Romantische Perspektiven sind erlaubt!


Richtfest: Es darf gefeiert werden!

175 Kubikmeter Holz, 30 Kubikmeter Bretter und Bohlen, 2.000 Holznägel, 14.000 geschmiedete Nägel: Was vor 2.000 Jahren bis zu 5.000 römische Soldaten in Windeseile verbauten, haben die zeitgenössischen Handwerker mit Kränen, Motorkraft und PS geschafft. 96 Meter lang ist der Nachbau der Holz-Erde-Mauer und des Westtores schon jetzt. Später wird noch eine 60 Meter lange Rampe hinzugefügt, die auch Menschen mit Handicap den Zugang ermöglicht. Inzwischen werden auch die beiden vorgelagerten Spitzgräben ausgegraben. Es fehlt noch der "Feinschliff" - darunter die Torflügel, von denen ein Exemplar ca. 500 Kilogramm wiegt. Bald ist der Rekonstruktionsbau fertig!

Grund genug also zum Feiern - mit zünftigem Richtspruch und buntem Richtkranz. Auf LWL-Baudezernentin Judith Pirscher und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale warteten zwei Nägel, die in das Eichenholz versenkt werden wollten. Anschließend erkundeten die Gäste vom Landesministerium, aus der Politik und von den bauausführenden Firmen den Rekonstruktionsbau und genossen den großartigen Ausblick.

  • Der Richtkranz wird aufgebaut.

  • Die Bänder wehen im Wind.

  • Auf dem Weg zum Trinkspruch.

  • LWL-Baudezernentin Judith Pirscher.

  • LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

  • Nägel wollen versenkt werden.

  • Es wird immer noch gehämmert.

  • Blick auf die erste Ecke vom Spitzgraben.

  • Eine Amphore wurde im Spitzgraben entdeckt.

  • Auch die Innenverschalung ist angebracht.

  • Die Gäste erkunden die Mauer.

  • Den Ausblick genießen.

  • Haben einen Schnaps verdient: Die Zimmerleute.

  • Die Handwerker beim geballten Richtfest-Einsatz.